Biografiearbeit
Vielleicht geht es gar nicht um das Happy End.
Vielleicht geht es um die Geschichte deines Lebens.
Athena Orchard
Sich mit dem eigenen Leben, der eigenen Lebensgeschichte zu beschäftigen, ist spannend. Wir tun das oft im Alltag und denken meist nicht groß darüber nach: wenn wir Geschichten von früher erzählen, Fotos anschauen, mit Freundinnen über das Leben, die Liebe oder über dies und jenes diskutieren. Wir sagen vielleicht Sätze wie „Das habe ich von meinem Opa“ oder „So war das eben früher bei uns üblich.“
Biografisches Arbeiten unter systemischer Perspektive
Wenn wir biografisch arbeiten, beschäftigen wir uns jedoch ganz bewusst mit unserer Lebensgeschichte. Wir betrachten dabei soziale, gesellschaftliche oder historische Zusammenhänge und können Verflechtungen unterschiedlicher Ebenen und Erfahrungen erkennen. Es gibt vielfältige Impulse für das Forschen nach dem roten Faden im eigenen Leben, der Ausgangspunkt liegt dabei immer in der Gegenwart, in einem aktuellen Thema: sich beruflich neu orientieren, mit familiären Veränderungen umgehen oder die Generationen vor uns genauer betrachten ... Biografisches Arbeiten kann für jeden bereichernd sein, der Lust hat und motiviert ist, sich mit dem eigenen Leben, der Familiengeschichte und der generationsübergreifenden Dynamik zu beschäftigen, und das nicht nur in Übergangszeiten oder Krisen. Jüngere Menschen (zum Beispiel Adoptiv- und Pflegekinder) kann es etwa bei der Identitätsfindung unterstützen, ältere Menschen beim Sortieren und Bilanzieren des reichen Lebensschatzes. Biografiearbeit ist Erinnerungsarbeit; manchmal auch, um das Erinnerte – bewusst betrachtet und nach außen gebracht - getrost loslassen zu können bzw. es in veränderter Form in die eigene Biografie zu integrieren.
Die systemische Haltung und Perspektive im gemeinsamen Arbeiten achtet dabei die Individualität und Autonomie einer jeden Person, orientiert sich an den Ressourcen und bleibt neutral und allparteilich, ohne zu bewerten. Es ist ein gemeinsames Forschen und Entdecken auf Augenhöhe, bei der Richtung und Intensität von den Biografisierenden vorgegeben werden; die Mentorinnen und Mentoren begleiten den Prozess.
Ich biete biografisches Arbeiten für verschiedene Zielgruppen in unterschiedlichen Formaten an, etwa im Stadtteilzentrum Agathof in Kassel und bei der vhs Werra Meißner. In diesem Jahr leite ich zusammen mit H.-Friedrich Lammers wieder den Bildungsurlaub "Die letzten Jahre im Beruf: Was will ich (noch) schaffen und wie geht es weiter?": vom 02.-06.11.2026 in der Bildungs- und Ferienstätte Eichsfeld in Uder und vom 30.11.-04.12.2026 im Jugenddorf Hohen Meißner, dort ebenso vom 8.-12.03.2027.
An Frauen ab 45plus richtet sich das Wochenendseminar „Soulwork: Kreativ durch die Lebensmitte – Biografiearbeit und Kreativität für Frauen“, das ich gemeinsam mit der freischaffenden Künstlerin Ines Ritter in der Bildungs- und Ferienstätte Eichsfeld in Uder anbiete (20.-22.11.2026). Genauere Informationen dazu gern telefonisch oder per Mail.
Im Februar 2027 findet im Kasseler Stadtteilzentrum Agathof wieder ein vierteiliger Einstieg ins biografische Arbeiten zum Thema „Mein Lebensweg“ statt (Termine: 04., 11., 18. und 25.02.2027, jeweils von 15:30-17:30 Uhr). Im Anschluss gibt es monatliche biografische Treffen zu unterschiedlichen Themen. Infos hierzu bei mir oder direkt im Stadtteilzentrum Agathof, 0561 572482